WB MCI Management Center Innsbruck

Wettbewerb Oktober 2016: 3. Platz

Der gegenständliche Entwurf basiert auf mehreren Festlegungen, die dem Ort angemessen und dem Programm gerecht werden sollen. Die Gewichtung der Baumassen im Süden folgt der Logik des Campusgedankens. Die Situierung der PKW-Garagen unter dem Universitätsgebäude ermöglicht einen schnellen Zugang und ein kleinteiliges konstruktives System, um die Lasten der oberen Geschosse ohne großen Aufwand abzutragen. Im Umkehrschluss wird der Kunstrasenplatz über die Busgarage gelegt, um auf Grund der geringen Nutzlasten ein möglichst stützenfreies System in den Rangierbereichen der Busse anbieten zu können. Die Besucher verlassen den Bahnhof niveaugleich in eine abgesenkte Zwischenzone, von der über Treppenanlagen und über einen Lift sowohl die Parkebene als auch das 1. Obergeschoss mit den Sporteinrichtungen behindertengerecht erreicht werden kann. Die Übergänge in den Park können flexibel und auf den Baumbestand abgestimmt konkret verortet werden.

Das optionale Angebot der neuen PKW-Einfahrt für die bestehende und neue Tiefgarage eröffnet die Möglichkeit einer großzügigeren Vorplatzgestaltung mit einer besseren Zugängigkeit in die Universitätsgebäude.
Vom erhöhten Sportdeck bietet sich ein attraktiver Blick über die Mauer in die angrenzende Parklandschaft. Die Nord-Süd-Orientierung des Sportplatzes ist erforderlich, um Blendwirkungen der tiefstehenden Ost- und Westsonne zu vermeiden. Der westseitig gelegene und schwebende Riegel des MCI’s entfaltet eine zusätzliche Schattenwirkung in den späten Nachmittag- und frühen Abendstunden. Der Raum darunter wird für die Tribünen und Nebenräume genutzt, zusätzliche Überdachungen sind nicht erforderlich. Die benötigte Konstruktionshöhe der Busgarage schafft jenen Raum, in dem sich der Garderobenblock befindet, der dadurch von der Parkseite ebenerdig erreichbar ist und natürlich belichtet werden kann.

Die Räumlichkeiten für das Bundesgartenamt werden im Norden angegliedert und vergrößern die darüberliegende Sportfläche. Durch die geringe Höhe des Sockelgeschosses und die Zurückversetzung der oberen Bauteile wird die Verschattung der Nutzgärten minimiert. Der angebotene 3 m breite Grundstückstreifen wird nur teilweise in Anspruch genommen.
Das Hauptgebäude des MCI ist als Atriumtypus konzipiert und bildet zusammen mit dem Westriegel und dem Sportdeck eine räumlich verwobene aber funktionell klar unterscheidbare Komposition.
Der Haupteingang liegt am Vorplatz und bestimmte Funktionsbereiche im Erdgeschoss erhalten Nebenzugänge. Über eine große Freitreppe wird das Sportdeck auch von Süden erschlossen. Diese wird als breite Fluchttreppe ins 2. und 3. Obergeschoss fortgeführt, so dass die innenliegenden Treppenhäuser räumlich optimiert werden können. In einem 2-geschossigen Bereich und im Anschluss an diese öffentliche Passage liegt das Cafe im 1. Obergeschoss mit Blickbeziehung zur Erdgeschossebene, um den davorliegenden westseitigen Freiraum als Gastgarten öffentlichkeitswirksam nutzen zu können.

Während die unteren beiden Geschosse des MCI’s als Landschaft gestaltet werden, verdichtet sich die räumliche Struktur in den Obergeschossen zu ein-, zwei- oder dreihüftigen Raumverbänden. Dadurch wird ein hohes Mass an Flexibilität und Bespielbarkeit sichergestellt. Im 3. Obergeschoss des Westriegels sind auch jene Räume situiert, für die größere lichte Höhen gefordert sind. Dadurch können alle Regelgeschosse auf die erforderlichen Mindesthöhen reduziert werden. Das Dach dieses Bauteils wird als große und begrünte Freifläche angeboten.

Das Atrium wird im Erdgeschoss als geschlossene Terrassenlandschaft ausgebildet. In den Obergeschossen wird es jeweils einseitig geöffnet, sodass ein großzügiger und lichtdurchfluteter Raumverband entsteht. Die damit generierten Freiflächen ergänzen das Angebot im Sinne des angeregten Wechselspiels von Innen und Außen.

Aus ökonomischen Gründen und im Kontext der begrenzten finanziellen Mittel liegt das oberste Fußbodenniveau unter 22 m über dem natürlichen Gelände. Ein Haustechnikgeschoss darüber bildet den oberen Abschluss. Es wird nach Außen mit einer transluzenten Glashaut geschlossen, hinter der sich schemenhaft die Stahlfachwerkkonstruktionen abzeichnen. Die Situierung der haustechnischen Anlagen im Dachgeschoss vermindert Leitungslängen und Kosten. Die ausladende Tragkonstruktion unterstützt dabei die architektonische Intention eines weitläufigen und überdachten Freibereichs darunter.