WB E-Campus der Energie Steiermark

Wettbewerb 07-09/2017: 1. Platz

Erläuterungsbericht:

Entwurf
Zwei materialienmäßig differenzierte Baukörper formen ein Zentrum der Ruhe und Kontemplation, um
welches Foyer, Buffet und Mehrzwecksaal organisiert sind. Das dicht begrünte Zentrum wird von zwei länglichen
Grünpuffern flankiert, die in die gegenüberliegenden Gebäude wirken.
Darüber hinaus kann vom großen Seminarraum ein Dachgarten genutzt werden.

Nutzungen
Durch die Geometrie des Gebäudes sind die Betriebsflächen klar von den restlichen Nutzungen
getrennt. Die gemeinschaftlich genutzten Flächen bilden Übergangszonen zwischen der Erwachsenenund Lehrlingsausbildung.

Zugänge und Fluchtwege
Das Gebäude funktioniert als begehbare Bauskulptur mit einer klaren Trennung zwischen externen und internen Benutzern. Vier kompakte Stiegenhauskerne
gewährleisten eine efziente Entfluchtung.

Parkierung
Analog erfolgt die Parkierung mit einer zweiseitigen Schrankensicherung zur klaren Trennung zwischen intern und extern.
Die Tiefgarage wird optional angeboten; dadurch könnten die überdeckten Bereiche in der Mittelachse als Lagerflächen genutzt werden. Diese Lösung ist mit Mehrkosten von rund € 800.000,- verbunden. Die Situierung der Parkplätze für Externe bleibt unverändert.

Grundrisse
Die Betriebsstätten und Werksflächen befnden sich ausnahmslos im Sockelgeschoß und sind alle anfahrbar. Durch das Einschieben eines Zwischengescho-
ßes wird den Anforderungen unterschiedlicher Geschoßhöhen im Sockel entsprochen.
Um die Wege kurz zu halten sind Umkleiden, Garderoben und Besprechungsräume direkt den verschiedenen Funktionsbereichen zugeordnet.
Ca. 6 Meter über Gelände befnden sich die Aufenthalts- und Repräsentationsflächen. Dieser Bereich ist landschaftsplanerisch durchgestaltet mit fließenden
Übergängen von Innen nach Außen.
Es ist ein Ort der Ruhe und Entspannung mit einer Athmosphäre die sich bewusst von der harten Umgebung des Betriebsgeländes abheben soll.

Budgetziel
Durch die einfache Geometrie und klare funktionelle Gliederung des Gebäudes ergibt sich ohne Tiefgarage ein BGF-m²-Preis von rund EUR 1.150,00. Dieses Ziel ist mit der Ausweisung von rund 50 PKW-Abstellplätzen im Erdgeschoß machbar.
Diese Berechnung umfasst auch die mitgeplante Höhenschule, wobei diese Kubatur im Falle des Entfalles als Raumreserve zur Verfügung steht.

Ökonomische und ökologische Aspekte
Es wird vorgeschlagen, das Gebäude mit einer Geothermienalage in Kombination mit Photovoltaik auszustatten. Dieses System ist ökonomisch sinnvoll
(die Amortisationszeit beträgt ca. 4-5 Jahre), deckt den Heizungsbedarf ab und liefert im Sommer auch Kühlenergie (free cooling), insbesondere für Kantine, Seminarräume und Mehrzweckraum. Nach einer Erstabschätzung ist für den Energieausweis ein Wert von A++ / A+ je nach Ausführungsqualität der Fassaden erzielbar. Das Grünraumkonzept stellt nicht nur ein attraktives Angebot für den Neubau dar, es verbessert auch das Mikroklima und wirkt zudem positiv in die gegenüberliegenden Gebäude des Bestandes.
Ein Teil des Bauwerkes ist als konstruktiver Holzbau geplant, der Rest in Stahlbetonmassivbauweise, um den erhöhten Brandschutzanforderungen, insbesondere im Betriebsteil, Rechnung zu tragen.

Bauabschnitt 1
Während der ersten Bauetappe kann der Betrieb in
beiden Bestandsgebäuden aufrecht erhalten werden. Die optionale Höhenschule könnte als Dispositionsfläche mit errichtet werden.

Bauabschnitt 2
Nach Abbruch der Bestandgebäude wird das Gebäude komplettiert und mit den beiden Brücken an Verwaltung und Hochgarage angeschlossen.

Bauabschnitt 3
Konstruktionen und Fundamente werden so bemessen, dass eine Aufstockung – je nach Wunsch einbis zweigeschoßig – möglich ist.