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Bauherr Steiermärkische Krankenanstalten Gesellschaft mbH, Billrothgasse 18A, 8010 Graz
Bruttogeschossfläche 6.634 m²
Herstellungskosten € 16,8 Mio
Zeitraum Nov 2005 – März 2007
Adresse Auenbruggerplatz 16, 8010 Graz

 

Der Erweiterungsbau schließt sowohl an den südlichen Haupttrakt als auch beidseitig an die Seitenflügel des Bestandes an. Die Schnittstellen zwischen Alt- und Neubau, geprägt durch den Kontrast in Format- und Materialwechseln, bestimmen im Einklang mit den in zarten Farbklängen gehaltenen, druckgraphischen Arbeiten Peter Koglers an den textilen Flächen des Erdgeschoßes das Ambiente der beiden kleinen Innenhöfe.

Der Haupttrakt des Bestandes wird im Erdgeschoß auf die ursprünglichen Verhältnisse rückgebaut; es entsteht ein mit Stützen rhythmisierter Freibereich, der die Balance zwischen den Bestandstrakten erneuert und den westseitigen, begrünten Hof zur Straße hin öffnet. Auch im rückwärtigen Teil der Anlage bildet der Erweiterungsbau mit dem gekrümmten Gang, der den alten Hörsaal des Krankenhauses mit den Seitenflügeln verbindet, einen kleinen Hof, der von den umliegenden Bauten nicht eingesehen werden kann. Der Aufbau der Fassaden mit den schmalen, tief liegenden Fensterbändern und großformatigen, in malerischen Graunuancen gehaltenen Betontafeln nimmt auf die geforderte Intimität dieses Hofes Rücksicht.

Über dem tiefen, mit transluzenten Raumteilern differenzierten Erdgeschoß liegen die Geburtsstationen. Zwei seitlich angeordnete, zu den Höfen hin transparent geschlossene Gänge bilden hier mit der Erschließung des Bestandes ein umlaufendes Gangsystem. Die Büros und Dachgärten im obersten Geschoß zeigen durch die starke Abschirmung zum Aussenraum hin – die Fassaden schließen als vierte Wand auch die Dachgärten – eine ruhige, kontemplative Stimmung, die als bewußter Gegensatz zur Anspannung des Krankenhausbetriebes aufgebaut wird.

(Nikolaus Hellmayr)