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Bauherr Salzburger Landeskliniken, Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg
Bruttogeschossfläche ca. 35.627 m²
Herstellungskosten ca. € 109,55 Mio
Zeitraum 1996-2001 (BA1), 2009-2012 (BA2)
Adresse Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg

 

Die Chirurgie ist funktionell und in ihrer baulichen Konfiguration in drei Bereiche getrennt: ein Trakt mit Notfalleinrichtungen, Operationssälen und Infrastruktur an der Aiglhofstraße, dahinter der zum Park des LKH gewendete Bettentrakt, während dazwischen ein mit Lichthöfen versehener Austauschbereich all jene Funktionen aufnimmt, die mit den Ambulanzen sowie der Betreuung der Patienten vor und nach einer Operation in Zusammenhang stehen. Das Bauwerk setzt im Westen des Krankenanstalten-Geländes ein markantes, geradezu dramaturgisch überhöhtes Zeichen mit der Plattform des Helicopter-Landeplatzes auf dem Dach des straßenseitigen Funktions­trakts. Er bildet an der Aiglhof-Kreuzung eine kraftvolle Dominante, welche die heterogen gefasste Platzsituation in ihrem unmittelbaren Vorfeld festigt. Der Bettentrakt reagiert formal auf diese Konfiguration, indem die Figur des Kreissegments, herausgedreht aus dem Platzbereich, die anliegenden Straßenzüge in ihrer gedachten Verlängerung als Tangenten des Baukörpers erscheinen lässt.

In der zweihüftigen Anordnung der Bettengeschoße liegen den gartenseitigen Patientenzimmern die Serviceeinrichtungen des Personals gegenüber, was einen überschaubaren, effizienten Alltagsbetrieb mit kurzen Wegen und minimiertem Gesamtaufwand sicherstellt.

Die öffentlichen Bereiche der Chirurgie werden von Arbeiten zeitgenössischer Künstler bestimmt: so setzt Claudia Hirtls Gestaltung für die zentrale Halle in großen monochromen Tafelbildern ein codiertes Zeichensystem um, das sich mit den Verhältnissen von Sprache, Zeit und Ort auseinandersetzt; Valie Export thematisiert in einer Serie von Lichtboxen das Verhältnis Mensch-Architektur.

(Nikolaus Hellmayr)

 

Pläne Chirurgie-West Salzburg PDF